Dekubitusprophylaxe gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der professionellen Pflege, weil ein Druckgeschwür nicht nur schmerzhaft, sondern auch lebensbedrohlich werden kann. Dieser Artikel erklärt kompakt, aber praxisnah, was Dekubitusprophylaxe bedeutet, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und welche Maßnahmen wirklich wirksam sind.


Was ist Dekubitusprophylaxe?

Dekubitusprophylaxe umfasst alle geplanten Maßnahmen, die ein Wundliegen (Dekubitus) verhindern sollen, bevor es entsteht. Im Mittelpunkt stehen die frühzeitige Einschätzung des Risikos, die Entlastung gefährdeter Hautstellen und die Förderung der Beweglichkeit.

Dabei wird die Prophylaxe immer individuell auf den Menschen abgestimmt: Mobilität, Hautzustand, Ernährung, Begleiterkrankungen und persönliche Vorlieben fließen in die Planung ein. Ziel ist es, Druck und Scherkräfte zu reduzieren und die Durchblutung von Haut und Gewebe zu sichern.


Risikofaktoren und gefährdete Personengruppen

Dekubitus entsteht dort, wo längere Zeit starker Druck auf Knochenvorsprüngen lastet und die Durchblutung der Haut gestört ist. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich nur eingeschränkt bewegen können, etwa nach Operationen, bei Lähmungen, starker Schwäche oder in der intensiven Langzeitpflege.

Wichtige Risikofaktoren:

Je mehr Risikofaktoren zusammentreffen, desto konsequenter müssen vorbeugende Maßnahmen geplant, dokumentiert und regelmäßig überprüft werden.


Ziele der Dekubitusprophylaxe

Dekubitusprophylaxe verfolgt mehr als nur das „Verhindern von Wunden“. Sie trägt aktiv zur Erhaltung von Lebensqualität und Selbstständigkeit bei.

Zentrale Ziele:

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entlastung von Angehörigen und Pflegepersonal: Durch klare Strukturen werden Pflegefehler reduziert und Verantwortlichkeiten transparent.


Wichtige Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe

Eine wirksame Dekubitusprophylaxe verbindet mehrere Bausteine. Entscheidend ist, dass sie regelmäßig, konsequent und an die individuelle Situation angepasst umgesetzt wird.

1. Lagerung und Positionswechsel

2. Bewegungsförderung und Mobilisation

3. Hautbeobachtung und Hautpflege

4. Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

5. Hilfsmittel nach Expertenstandard


Expertenstandard und Rolle der Pflege

Der nationale Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ definiert, welche Qualität professionell sichergestellt werden muss. Kernforderung: Jede gefährdete Person soll eine wirksame, individuell geplante Prophylaxe erhalten – unabhängig von Einrichtung oder Kostenträger.

Professionelle Pflegekräfte übernehmen dabei mehrere Schlüsselaufgaben:

So wird Dekubitusprophylaxe zu einem strukturierten, überprüfbaren Prozess – nicht zu einer Aneinanderreihung zufälliger Einzelmaßnahmen.

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